Feiertage in SuccessFactors: Arbeitszeit flexibel steuern
16.12.2025|
Um in den kommenden Wochen sich Aufwand bei der Zeit Bewertung zu sparen, lohnt es sich die Feiertage in SuccessFactors abzubilden. In SAP SuccessFactors Time Tracking gibt es verschiedene Optionen, um die Arbeitszeit an Feiertagen zu definieren – einzeln oder in Kombination. Das ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Umsetzung unterschiedlichster Anforderungen aus der Praxis.
In diesem Blogbeitrag wird geschildert, wie sich Feiertage, Feiertagskategorien, Arbeitsmuster und Tagmodellvarianten sinnvoll miteinander kombinieren lassen, um die gewünschte Arbeitszeitregelung zu erreichen.
1. Feiertagskategorien
Feiertagskategorien sind die Grundlage für die Unterscheidung von Feiertagen in SuccessFactors. Sie müssen zwingend im Feiertagskalender hinterlegt werden und ermöglichen z. B. unterschiedliche Zuschlagsregelungen oder abweichende Sollarbeitszeiten.
Somit sind die typischen Fragestellungen vor der Einrichtung:
- Gibt es Feiertage mit besonderen Zuschlagsanforderungen (z. B. 150 % am 1. Mai)
- Müssen einzelne Feiertage als halbe Arbeitstage oder mit abweichender Arbeitszeit definiert werden (z. B. Silvester)?
Die Feiertagskategorien werden unter Daten verwalten – Feiertagskategorie angelegt und können anschließend in der Zeitbewertung über Filter für Zeitdatensätze verwendet werden.


2. Arbeitsmuster für Feiertage in SuccessFactors
Das Arbeitsmuster für Feiertage bietet eine weitere Möglichkeit, individuelle Regelungen pro Mitarbeiterin umzusetzen. Die Zuordnung zur Mitarbeiterin erfolgt im Personenprofil über die Stelleninformation.
Die möglichen Werte werden zunächst unter Daten verwalten → Arbeitsmuster für Feiertag gepflegt – ohne Logik, rein zur Auswahl.


Zur Anzeige im Mitarbeiterprofil muss das Feld über Geschäftskonfiguration verwalten → Jobinfo eingebunden und auf bearbeitbar gesetzt werden.

Zusätzlich ist eine Berechtigungserweiterung für dieses Feld unter Employee Central-Einheiten mit Stichtag erforderlich. Auch das Arbeitsmuster für Feiertage kann in der Zeitbewertung als Filter für Zeitdatensätze verwendet werden.
3. Tagmodellvarianten
Tagmodellvarianten werden relevant, wenn an Feiertagen mit verkürzter Arbeitszeit eine individuelle Arbeitszeit benötigt wird. Der Standard in SuccessFactors halbiert bei verkürzter Arbeitszeit die Sollarbeitszeit automatisch – was nicht immer ausreicht.
Mit Tagmodellvarianten lassen sich abweichende Arbeitszeiten, Pausen und Rahmenzeiten definieren.
Folgende Schritte sind für die Einrichtung von Tagmodellvarianten notwendig:
3.1. Identifikator der Tagmodellvariante erstellen
Daten verwalten -Identifikator der Variante des Arbeitszeitplan-Tagmodells


3.2. Tagmodell als Variante für teilweise Feiertag anlegen
Daten verwalten -> Tagmodell für Arbeitszeitplan
Hier wird ein Tagmodell mit den gewünschten Arbeitszeitmerkmalen für die verkürzte Arbeitszeit definiert. Dieses Tagmodell muss zwingend als Variante für teilweise Feiertage markiert werden.


3.3. Variante dem ursprünglichen Tagmodell zuordnen
Daten verwalten -> Tagmodell für Arbeitszeitplan
Im ursprünglichen Tagmodell, welches dem Arbeitszeitplan zugeordnet ist, wird jetzt der „Identifikator der Tagmodellvariante“ mit der Tagmodellvariante verknüpft.

4. Bestimmung der geplanten Arbeitszeit am Feiertag
Die finale Steuerung der Feiertagsarbeitszeit erfolgt unter Daten verwalten – Bestimmung der geplanten Arbeitszeit am Feiertag. Hier werden jetzt alle Kriterien miteinander verknüpft, um die individuelle Arbeitszeit am Feiertag festzulegen. Die Anlage muss mit dem externen Code HOLIDAY_PLANNED_WORKING_TIME_DETERMINATION erfolgen. Die Regelwerke stützen sich auf:
- die Feiertagskategorie
- das Arbeitsmuster für Feiertage
- (optional) den Identifikator der Tagmodellvariante

Bei verkürzter geplanter Arbeitszeit besteht unter Details noch die Möglichkeit, den Identifikator der Tagmodellvariante zu hinterlegen. Besitzt das Tagmodell eine entsprechende Variante, wird diese herangezogen. Ansonsten wird das Standardvorgehen verwendet, wodurch die Sollstunden um 50% reduziert werden. Hier zwei Beispiele:
| Feiertagskategorie | Dreiviertel |
| Arbeitsmuster für Feiertage | Frei am Feiertag |
| Geplante Arbeitszeit am Feiertag | Verkürzte geplante Arbeitszeit |
| Identifikator der Tagmodellvariante | Variante Dreiviertel |
| Tagmodell besitzt eine Variante für den Identifikator | Arbeitszeit aus dem Tagmodell |
| Tagmodell besitzt keine Variante | Halbe Arbeitszeit |
| Feiertagskategorie | Dreiviertel |
| Arbeitsmuster für Feiertage | Frei am Feiertag |
| Geplante Arbeitszeit am Feiertag | Verkürzte geplante Arbeitszeit |
| Identifikator der Tagmodellvariante | leer |
| Tagmodell besitzt eine Variante für den Identifikator | Halbe Arbeitszeit |
| Tagmodell besitzt keine Variante | Halbe Arbeitszeit |
Die geplante Arbeitszeit hat Einfluss auf die Abwesenheitsabtragung. Bei verkürzter Arbeitszeit wird bei ganztägigen Abwesenheiten auch nur der entsprechende Tagesanteil abgetragen. (Halbe Arbeitszeit – 0,5 Tage Urlaubsabtragung, Dreiviertel Arbeitszeit – 0,75 Tage Urlaubsabtragung)
5. Feiertage in SuccessFactors anlegen
Über Daten verwalten – Feiertag werden die Feiertage angelegt. Hier werden noch keine Besonderheiten pro Feiertag hinterlegt.

6. Feiertagskalender
Im Feiertagskalender werden die Feiertage mit dem entsprechenden Datum und der Feiertagskategorie hinterlegt.
Die Feiertagskategorie wiederum bestimmt die geplante Arbeitszeit laut den zuvor definierten Regeln. Die Anlage erfolgt unter Daten verwalten – Feiertagskalender.

7. Hinweise für geplante Arbeitszeiten im Arbeitszeiterfassungsbogen
Je nach Konfiguration kann in der Zeitbewertung entweder die geplante oder die tatsächliche Arbeitszeit berücksichtigt werden. Dies wird über Zeittypgruppen mit entsprechender Zeitkategorie (Geplante oder Tatsächliche Arbeitszeit) gesteuert.
Hier eine beispielhafte Aufstellung mit folgender Voraussetzung: 7,5 Sollstunden, 30 Minuten Pause -> 8 Stunden inkl. Pause
- keine geplante Arbeitszeit
- geplante Arbeitszeit: Sollstunden TAZP inkl. Pausenzeit z.B. 8:00
- Tatsächliche Arbeitszeit: keine Sollstunden 0:00
- Bezahlte Feiertage: Sollstunden TAZP inkl. Pausenzeit z.B. 8:00
- verkürzte geplante Arbeitszeit
- geplante Arbeitszeit: Sollstunden TAZP inkl. Pausenzeit z.B. 8:00
- Tatsächl. Arbeitszeit: halbierte Sollstunden z.B. 4:00 / 3:45 (Achtung, wenn keine Pause in der verkürzten Arbeitszeit liegt, dann ist diese ebenfalls ohne Pause z.B. wenn dyn. Pause nach 6 h, dann verkürzte Arbeitszeit 3:45, 50% von 7,5 h)
oder Arbeitszeit aus der entsprechenden Tagmodellvariante - Bezahlte Feiertage: Sollstunden TAZP inkl. Pausenzeit z.B. 8:00
- geplante Arbeitszeit
- geplante Arbeitszeit: Sollstunden TAZP inkl. Pausenzeit z.B. 8:00
- Tatsächl. Arbeitszeit: Sollstunden TAZP inkl. Pausenzeit z.B. 8:00
8. Fazit
Wer die Gestaltung der Feiertagslogik in SuccessFactors gut durchdenkt, spart sich später viel Aufwand in der Zeitbewertung. Die Flexibilität ist da – sie muss nur richtig genutzt werden.