Das neue People Profile in SAP SuccessFactors

01.04.2026|
Smarter, klarer, effizienter
SAP stellt schrittweise auf das neue Latest People Profile um. Die Full Profile View, inklusive Spotlight und Preview wird automatisch am 13. April in der Testumgebung und am 15.Mai 2026 im Produktivsystem aktiviert!
Mit dem Latest People Profile präsentiert SAP ein komplett überarbeitetes Mitarbeiterprofil in SAP SuccessFactors. Dieses neue Profil liefert nicht nur ein optisches Update, sondern ein komplettes Redesign – mit Fokus auf Übersichtlichkeit, Flexibilität und intuitiver Navigation – für Mitarbeitende, Führungskräfte und Administrator:innen gleichermaßen.
Das Latest People Profile ist die neu konzipierte Mitarbeiterprofil‑Experience in SAP SuccessFactors, die das bisherige (Legacy) People Profile ersetzt. Es kombiniert:
- Preview – eine kurze Vorschau mit den wichtigsten Basisinformationen auf einen Blick (z. B. Name, Rolle/Position, Organisationseinheit, Standort, ggf. Profilbild), die eine schnelle Identifikation einer Person ermöglicht.
- Spotlight – eine konzentrierte Übersicht relevanter Kerninformationen (About Me Video oder Badges, Organisationsinformationen, Skills und Kompetenzen, etc.)
- Full Profile – den vollständigen, detaillierten Datensatz eines Mitarbeitenden.
Diese Komponenten bilden gemeinsam eine konsistente, moderne Nutzeroberfläche für die Anzeige und Bearbeitung von Mitarbeiterinformationen. Das Full Profile ist auch in der SuccessFactors Mobile App verfügbar, mit einem ähnlichen Layout wie in der Desktop-Version.
Im Folgenden haben wir einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen, Unterschiede zum bisherigen (Legacy) People Profile und die Vorteile für Unternehmen zusammengestellt.

Verbesserungen für Anwender:innen
1. Kerngedanke: Daten organisiert, statt fragmentiert
Das markanteste Element des neuen People Profiles ist die kartenbasierte Datenstruktur: Informationen werden in thematischen „Cards“ angeordnet, die zu vordefinierten Kategorien gruppiert sind und einen klaren Überblick über Mitarbeitendendaten bieten. Jede Karte liefert eine kompakte Übersicht und zugleich die Möglichkeit, tiefer in Details einzusteigen.
Diese Karten umfassen u. a. Bereiche wie persönliche Daten, Job‑Informationen, Vergütung oder Zeitmanagement. Außerdem können Administrator:innen eigene Custom Cards erzeugen und anordnen – etwa um projektspezifische oder unternehmensindividuelle Informationen abzubilden.

2. Verbesserte Bearbeitungs-Experience
Die Bearbeitungs-Experience im neuen Full Profile wurde deutlich verbessert und benutzerfreundlicher gestaltet. So werden automatische Aktualisierungen, die durch Geschäftsregeln ausgelöst werden, vor dem Speichern visuell hervorgehoben – Nutzer sehen also direkt, welche Werte angepasst wurden. Der Speichern-Button steht jederzeit bereit, während eine intelligente Backend-Validierung sicherstellt, dass keine unvollständigen oder fehlerhaften Daten gespeichert werden können. Im Gegensatz zum alten Profil, bei dem der Button erst nach einer Änderung aktiviert wurde, sorgt das für einen flüssigeren Arbeitsprozess. Eingaben werden in Echtzeit validiert, sodass Fehler sofort erkannt und behoben werden können. Außerdem bleiben sensible Daten während der Bearbeitung maskiert, um die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien zu gewährleisten.

3. Neu gestaltete History-UI – Transparenz bei jeder Änderung
Die gesamte Historienansicht im neuen People Profile wurde grundlegend modernisiert und ermöglicht jetzt eine Echtzeit-Darstellung aller Datenänderungen. Anstelle eines langen, scrollintensiven Audit-Logs gibt es nun eine Vergleichsansicht, die Änderungen übersichtlich darstellt. Nutzer können bequem zwischen der Ansicht aller Felder oder nur der tatsächlich geänderten Felder wechseln – ideal, um bei komplexen Datensätzen den Überblick zu behalten. Zusätzlich werden Workflow-Entscheidungen direkt unter den jeweiligen Änderungen angezeigt, inklusive verantwortlicher Person und Zeitstempel. Über Zeitraumfilter lassen sich spezifische Änderungen schnell finden.

4. Personalisierung & Konfigurierbarkeit
Ein weiterer wichtiger Fortschritt des neuen People Profiles liegt in der erweiterten Personalisierung und Konfigurierbarkeit. Administrator:innen können zum Beispiel Textfelder im Profil-Header hinzufügen oder die Self-Description je nach Bedarf ein- und ausschalten – ebenso lassen sich weitere visuelle Elemente individuell anpassen. Die Spotlight Card „Organisation Information“ richtet sich automatisch nach der Feldreihenfolge der Business Configuration UI (BCUI) und den Zugriffsrechten (RBP), sodass nur relevante Informationen wie Unternehmen, Business Unit oder Abteilung angezeigt werden. Auch bei der Teamgröße gibt es Verbesserungen: Die Berechnung berücksichtigt jetzt Einstellungen wie „Contingent Workers ausblenden“, wodurch die angezeigten Zahlen genau mit den Berechtigungen übereinstimmen. Zudem zeigt die Manager-Vorschau im Profil-Header sowohl die direkten Mitarbeitenden als auch die Gesamtteamgröße an. So wirken die Profile individueller und übersichtlicher, ohne die zugrunde liegende Datenstruktur zu verändern – jeder Nutzer sieht genau die Informationen, die für seine Rolle relevant sind, ohne leere oder überflüssige Bereiche.

5. Verbesserte Workflow-Unterstützung
Neues Bestätigungs- und Workflow-Handling
- Beim Initiieren von Änderungen gibt es ein modernes Bestätigungs-Dialogfenster mit klarerer Darstellung aller Beteiligten und Genehmigungssequenzen.
- Genehmiger können noch nicht bestätigte Daten direkt im Kontext der Workflow-Details bearbeiten.
- Personenbezogene Daten werden bei Genehmigern entsprechend der Berechtigungen maskiert, wenn sie nicht geändert wurden.

6. Unterschiede zwischen altem und neuem People Profile
Mit dem Latest People Profile ändert sich die Anzeige und Bearbeitung von Mitarbeiterdaten deutlich. SAP hat bewusst einige Funktionen aus dem klassischen Profil ausgelassen (für ein konsistentes Profil-Design) odersie sind nur eingeschränkt verfügbar:
- Einige Standardfunktionen erscheinen anders als im alten Profil: Daten sind manchmal nur über Detail-Ansichten erreichbar, oder die Darstellung hat sich verändert.
- Die Reihenfolge von Spotlight-Karten kann aktuell nicht angepasst werden – nur ihre Sichtbarkeit. Auch die Reihenfolge von Standard-Karten kann nur innerhalb der Kategorien angepasst werden.
- Blockbeschreibungen entfallen, stattdessen gibt es jetzt Card-Help-Inhalte.
- Die Sichtbarkeit wird über die Zuordnung von Berechtigungsrollen über Configure Latest People Profile im Admin Center gesteuert.
- Zeitzonen werden automatisch synchronisiert.
- Mehrfach-Beschäftigungen: Alle Beschäftigungen werden personenbasiert in einem Profil dargestellt. Über einen Employment Switcher kann zwischen den einzelnen Beschäftigungen gewechselt werden und Daten wie Jobtitel, Beschäftigungsdetails, Beschäftigungsstatus etc. werden angezeigt.
- Viele Custom MDF-Objekte, die im klassischen Profil genutzt wurden, werden im neuen People Profile nicht angezeigt oder erzeugen Fehler. Beispiel: Custom MDF-Portlets zeigen Fehlermeldungen, wenn nicht unterstützte Feldtypen oder UI-Regeln verwendet werden.
- Die Funktion „Finish Your Profile“, die den Fortschritt der Profilausfüllung zeigt, ist derzeit nicht verfügbar.
- Das interene „Job History Portlet“ ist nicht länger im Personenprofil verfügbar, sondern kann nur noch im Spotlight angezeigt werden.
- Das Mini-Org-Chart steht nicht länger als Portlet im Full Profile zur Verfügung, stattdessen gibt es im Spotlight eine verschlankte Ansicht der Berichtsstruktur mit einem Link-Icon, das direkt zum Org-Chart führt.
Wichtig für Administratoren
Bereits vor der Aktivierung des Full Profile, sollten die Grundeinstellungen über das Admin-Tool Configure Latest People Profile konfiguriertwerden.Insbesondere sollten hier die Berechtigungen für die einzelnen Kategorien geprüft werden. Denn anders als im Legacy People Profile werden die Berechtigungen direkt hier und nicht mehr durch die RBP- Employee Views Section gesteuert. Wird hier keine Konfiguration vorgenommen, ist die Kategorie standardmäßig für alle Benutzer sichtbar. Ohne entsprechende Prüfung können zuvor verborgene Informationen – etwa zu Vergütung oder Variable Pay – im neuen Profil für alle sichtbar werden.
Hinweis – Migration des neuen People Profils:
Bestehende Legacy-People-Profile-Konfigurationen können in das neue Latest People Profile (Full Profile) übernommen werden, sodass vorhandene Einstellungen nicht vollständig neu aufgebaut werden müssen. Standardblöcke werden dabei automatisch in vordefinierte Cards und Kategorien überführt. Bestimmte Einstellungen – beispielsweise Header-Felder oder die Self-Description – erfordern jedoch eine nachträgliche Prüfung und gegebenenfalls manuelle Nachkonfiguration. Die Migration unterstützt einen strukturierten Übergang, ersetzt jedoch nicht die abschließende fachliche und technische Konfiguration im neuen Full Profile.
Fazit: Modernes Profil mit Mehrwert – aber nicht ohne Prüfaufwand
Das Latest People Profile ist weit mehr als ein visuelles Update – es ist ein strategischer Schritt von SAP hin zu einer einheitlichen und zukunftsfähigen Architektur. Die neue Profilstruktur mit Spotlight und Full Profile schafft eine moderne User Experience und verbessert die Performance. Insbesondere die personenbasierte Darstellung bei Mehrfachbeschäftigungen sowie die konsolidierte Kartenlogik erhöhen Transparenz und Benutzerfreundlichkeit.
Gleichzeitig ist die Umstellung fachlich und technisch nicht zu unterschätzen. Das neue Profil folgt einer anderen Logik in Darstellung, Konfiguration und Berechtigungssteuerung. Funktionen wurden bewusst reduziert oder neu strukturiert, Custom-Portlets müssen unbedingt geprüft werden, und die Steuerung der Sichtbarkeit verlagert sich maßgeblich in das Admin-Tool „Configure Latest People Profile“. Ohne sorgfältige Prüfung können Inkonsistenzen entstehen – im schlimmsten Fall werden sensible Daten unbeabsichtigt sichtbar oder bewährte Prozesse funktionieren nicht mehr wie gewohnt.
Die Einführung sollte daher nicht als rein technisches Release betrachtet werden, sondern als strukturiertes Transformationsprojekt: inklusive Analyse bestehender Custom MDF-Objekte, Überprüfung der RBP-Logik, Test von Workflows sowie enger Abstimmung zwischen HR, IT und Systemadministration.
Unter dem Strich überwiegen die Vorteile klar – vorausgesetzt, die Migration wird bewusst geplant und nicht „per Schalter“ durchgeführt. Wer das neue Berechtigungskonzept versteht, Alt-Konfigurationen bereinigt und die neue Profilarchitektur strategisch nutzt, profitiert langfristig von einer konsistenteren, leistungsfähigeren und zukunftssicheren Profilarchitektur.

Wann müssen Kunden aktiv werden?
1. Halbjahr 2026 – Ende April bis Mitte Mai 2026
✔ Full Profile View wird automatisch aktiviert
- Die vollständige Profilansicht (Full Profile View) wird ab dem Produktiv-Release Mitte Mai 2026 für alle Kunden vollständig verpflichtend aktiviert.
✔ EC Edit / History Experience (optional aktivierbar – Opt-in)
- Kunden können aktiv die neue Bearbeitungs- und Verlaufs-UI für EC-HRIS-Daten und ausgewählte kundenspezifische MDF/MDF-basierte Standardelemente ohne UI-Regeln in Full Profile aktivieren.
- Diese Aktivierung ist optional.
2. Halbjahr 2026 – ab November 2026
✔ EC Edit / History Experience wird Standard (Opt-out)
- Die neue Bearbeitungs- und Verlaufs-UI wird standardmäßig aktiviert, es bleibt aber noch möglich, sie zu deaktivieren (Opt-out).
- Dies betrifft alle Employee Central HRIS-basierte Elemente – also die Felder, die standardmäßig in EC gepflegt werden. MDF-Objekte werden erst zukünftig berücksichtigt werden.
1. Halbjahr 2027 – ab Frühjahr 2027
✔ Bearbeitungs- und Verlaufs-UI wird verpflichtend (Universal)
- Die neue Bearbeitungs- und Verlaufs-UI wirdvollständig verpflichtend aktiviert und kein Opt-out mehr möglich
Gerne unterstützen wir Sie beim Umstieg auf das neue SuccessFactors People Profile!