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SEPA-Format ISO 20022: Was SAP-HCM-Kunden bis November 2026 anpassen müssen

25.06.2026|

Das SEPA-Format ISO 20022 wird ab November 2026 für viele Zahlungsdateien verbindlich. SAP-HCM-Kunden sollten deshalb frühzeitig prüfen, welche Zahlungsträgerformate, Adressdaten und SAP-Hinweise für die Entgeltabrechnung relevant sind.

Für SAP-HCM-Systeme betrifft die Umstellung vor allem Zahlungsdateien aus der Entgeltabrechnung, vermögenswirksame Leistungen, SEPA-Überweisungen und Auslandszahlungen. Entscheidend ist, dass die heute verwendeten Altformate nicht erst kurz vor Ablauf der Frist geprüft werden.


Inhaltsverzeichnis


Was ändert sich beim SEPA-Format ISO 20022?

Das SEPA-Format ISO 20022 ersetzt die aktuell verwendeten Zahlungsträgerformate durch XML-basierte pain-Formate. Für SEPA-Überweisungen ist künftig das Format pain.001.001.09 relevant.

Die aktuell verwendeten Zahlungsträgerformate können nur noch bis einschließlich 31.10.2026 verwendet werden. Für Inlandszahlungen betrifft das insbesondere SEPA_CT oder CGI_XML_CT. Für Auslandszahlungen betrifft die Änderung das bisherige DTAZV-Format.

Ab dem 01.11.2026 darf nur noch das Dateiformat pain.001.001.09 verwendet werden. Damit wird die Zahlungsdatei stärker standardisiert und enthält strukturiertere Informationen für Banken, Zahlungsdienstleister und Prüfprozesse.

Für SAP-HCM-Kunden ist die Änderung deshalb nicht nur ein technisches FI-Thema. Wenn Zahlungsdateien aus der Entgeltabrechnung erzeugt werden, muss auch geprüft werden, ob die eingesetzten HCM-Prozesse, Zahlungsträgerprogramme und Customizing-Einstellungen mit dem neuen Format kompatibel sind.


Welche Frist gilt für die Umstellung?

Die Umstellung muss spätestens bis zum 31.10.2026 abgeschlossen sein, weil Altformate ab dem 01.11.2026 nicht mehr verwendet werden dürfen. SAP-HCM-Kunden sollten die technische Umstellung deutlich früher testen, da Zahlungsdateien häufig bankenspezifisch validiert werden müssen.

Bis jetzt wurde davon ausgegangen, dass mit dem neuen Zahlungsträgerformat strukturierte Adressdaten verpflichtend sind. Hierzu gibt es seit dem 27.04.2026 eine Klarstellung der Bundesbank.

Für die praktische Planung bedeutet das: Das neue Format pain.001.001.09 ist weiterhin umzusetzen. Die Detailanforderungen an strukturierte, hybride oder unstrukturierte Adressdaten sollten jedoch anhand der jeweils gültigen Bankvorgaben, der Deutschen Kreditwirtschaft und der eingesetzten SAP-Auslieferung geprüft werden.

Besonders wichtig ist die Abstimmung mit der Hausbank. EBICS-Teilnehmer sollten nicht nur das SAP-Format technisch erzeugen, sondern auch klären, ab wann das neue Format produktiv angenommen wird und welche Prüflogik die Bank verwendet.


Welche Zahlungsformate sind betroffen?

Betroffen sind die Formate, mit denen SAP-Systeme Zahlungsdateien für Inlands- und Auslandszahlungen erzeugen. Für SAP-HCM-Kunden sind vor allem Zahlungsprozesse aus der Entgeltabrechnung relevant.

BereichBisheriges FormatNeues Format / ZielbildBedeutung für SAP HCM
InlandszahlungenSEPA_CT oder CGI_XML_CTpain.001.001.09Zahlungsdateien aus Abrechnungsläufen müssen im neuen Format erzeugt und getestet werden.
AuslandszahlungenDTAZVpain.001.001.09Auslandszahlungen aus SAP müssen auf das neue ISO-20022-Format umgestellt werden.
SEPA-Lastschriftenbisherige pain-Versionenpain.008.001.08Relevant, wenn im SAP-Umfeld Lastschriftprozesse genutzt werden.

In der SAP-HCM-Praxis sollten Unternehmen prüfen, welche Zahlungswege tatsächlich aus HCM angestoßen werden. Dazu gehören neben Gehaltszahlungen auch Sonderzahlungen, Zahlungen an Dritte, vermögenswirksame Leistungen oder weitere aus der Entgeltabrechnung abgeleitete Zahlungsprozesse.

Die Umstellung ist außerdem ein guter Anlass, veraltete Formatvarianten, kundeneigene Zahlungsträgeranpassungen und bankenspezifische Sonderlogik zu dokumentieren. Gerade Eigenentwicklungen können bei einem Formatwechsel leise knirschen, bevor sie im Produktivlauf laut werden.


Was bedeuten strukturierte und hybride Adressen?

Strukturierte und hybride Adressen beschreiben, wie Adressinformationen in der Zahlungsdatei technisch übermittelt werden. Der Unterschied liegt darin, ob die Adresse vollständig in einzelne Datenfelder aufgeteilt wird oder ob zusätzlich freie Adresszeilen zulässig sind.

Vollständig strukturierte Adresse

Bei einer vollständig strukturierten Adresse besteht die Postanschrift vollständig aus dedizierten Elementen für jedes Adressattribut. Beispiele sind Straßenname, Gebäudenummer oder Etage.

Die Datenelemente Stadt und Land sind obligatorisch. Adresszeilen sind bei vollständig strukturierten Adressen nicht zulässig.

Diese Struktur ermöglicht Effizienzsteigerungen in der Zahlungsverarbeitung. Sie unterstützt außerdem Prüfprozesse zur Bekämpfung von Geldwäsche und Finanzkriminalität.

Hybride oder semi-strukturierte Adresse

Der hybride Ansatz kombiniert dedizierte Adresselemente mit bis zu zwei Adresszeilen. In diesen Adresszeilen können Informationen bereitgestellt werden, die nicht als strukturierte Daten verfügbar sind.

Stadt und Land sind obligatorische Datenelemente. Die Angabe einer Postleitzahl wird empfohlen, sofern diese verfügbar ist.

Ab November 2025 wird diese Formatierung im Markt als neue strategische Variante eingeführt. Nach Einschätzung mehrerer Zahlungsverkehrsquellen ist die hybride Adresse für Unternehmen besonders relevant, weil sie den Übergang von historisch gewachsenen Stammdaten zu vollständig strukturierten Adressen erleichtert.

AdressvariantePflichtangabenAdresszeilen erlaubt?Praktische Bedeutung
Vollständig strukturiertStadt und LandNeinSaubere technische Struktur, aber höhere Anforderungen an Stammdatenqualität
Hybrid / semi-strukturiertStadt und Land; Postleitzahl empfohlenJa, bis zu zwei ZeilenÜbergangslösung für unvollständig strukturierte Stammdaten
UnstrukturiertFreie AdresszeilenJaKünftig eingeschränkt beziehungsweise nicht mehr ausreichend

Für SAP-HCM-Kunden ist vor allem die Stammdatenqualität relevant. Wenn Adressdaten von Zahlungsempfängern oder Drittparteien in SAP nicht sauber gepflegt sind, kann die Zahlungsdatei formal korrekt erzeugt werden und trotzdem bei der Bankvalidierung scheitern.


Welche SAP-Hinweise sind relevant?

Für die Umstellung auf das neue SEPA-Format im Zahlungsverkehr sind SAP-Hinweise zu prüfen. Der Rohtext nennt insbesondere SAP-Hinweis 2253571 für den Zahlungsverkehr im Inland und SAP-Hinweis 3716789 für Auslandsüberweisungen.

Für die Umstellung auf das neue SEPA-Format im Inland wurde von SAP der Hinweis 2253571 ausgeliefert:

Für Auslandsüberweisungen verweist der Rohtext auf SAP-Hinweis 3716789:

SAP plant, die aktualisierten Formatversionen pain.001.001.09 für die Initiierung der SEPA-Überweisung und pain.008.001.08 für die Initiierung der SEPA-Lastschrift bereitzustellen. Außerdem soll das veraltete Zahlungsdateiformat DTAZV entfernt werden.

Geplante Auslieferung der Lösung für die gesetzliche Änderung ist der 31. August 2026.

SAP-HCM-Kunden sollten prüfen, ob das eigene SAP-Release, das Support Package Level und eventuell eingesetzte kundeneigene Modifikationen von den genannten SAP-Hinweisen abgedeckt sind. Besonders bei älteren ERP- oder HCM-Systemständen kann es notwendig sein, die Verfügbarkeit der SAP-Auslieferung frühzeitig mit dem eigenen SAP-Basis- und Payroll-Team zu klären.


Was sollten SAP-HCM-Kunden jetzt prüfen?

SAP-HCM-Kunden sollten die Umstellung auf das SEPA-Format ISO 20022 als kleines Projekt mit fachlicher, technischer und bankseitiger Prüfung behandeln. Eine reine Einspielung von SAP-Hinweisen reicht in vielen Fällen nicht aus.

1. Betroffene Zahlungsprozesse identifizieren

Prüfen Sie, welche Zahlungen aus SAP HCM erzeugt werden. Dazu gehören insbesondere Gehaltszahlungen, Zahlungen an Versorgungsträger, vermögenswirksame Leistungen oder sonstige Zahlungen an Dritte.

Dokumentieren Sie, welche Zahlungsträgerformate heute verwendet werden und welche Banken die Dateien empfangen. Diese Übersicht ist die Grundlage für Tests und Freigaben.

2. SAP-Hinweise und Release-Stand prüfen

Prüfen Sie die SAP-Hinweise 2253571 und 3716789 im SAP for Me Portal. Entscheidend ist, ob die benötigten Korrekturen für Ihr Release verfügbar sind.

Falls SAP die Anpassung erst über ein Feature Package oder Patch bereitstellt, sollte die technische Einplanung nicht bis kurz vor November 2026 verschoben werden.

3. Adressdaten analysieren

Prüfen Sie, ob relevante Adressdaten vollständig und konsistent gepflegt sind. Stadt und Land sind bei strukturierten und hybriden Adressformaten zentrale Pflichtangaben.

Für SAP-HCM-Prozesse ist besonders zu klären, welche Adressdaten tatsächlich in die Zahlungsdatei einfließen. Je nach Prozess können neben Mitarbeitenden auch externe Empfänger oder Drittparteien betroffen sein.

4. Bankvalidierung frühzeitig einplanen

Erzeugen Sie Testdateien im neuen Format und stimmen Sie die Validierung mit der jeweiligen Bank ab. Banken können zusätzliche Prüfregeln einsetzen, die über die reine SAP-Dateierzeugung hinausgehen.

Planen Sie daher mindestens einen technischen Testlauf, einen fachlichen Abgleich und eine finale Freigabe vor der produktiven Umstellung ein.

5. Produktivumstellung absichern

Legen Sie fest, ab welchem Abrechnungslauf das neue Format produktiv genutzt wird. Der Umstieg sollte nicht in einen Zeitraum mit erhöhtem Abrechnungsdruck fallen, etwa Jahreswechsel, Tarifanpassungen oder größere organisatorische Änderungen.

Sinnvoll ist außerdem ein Rückfallkonzept für den Fall, dass eine Bankvalidierung oder ein Produktivlauf nicht wie geplant funktioniert.


Fazit

Das SEPA-Format ISO 20022 wird für SAP-HCM-Kunden bis November 2026 zu einem verbindlichen Umstellungsthema. Die bisher verwendeten Formate SEPA_CT, CGI_XML_CT und DTAZV können nur noch bis einschließlich 31.10.2026 genutzt werden.

Ab dem 01.11.2026 steht pain.001.001.09 im Mittelpunkt der Zahlungsdateierzeugung. Für Auslandsüberweisungen und SEPA-Lastschriften sind zusätzlich die geplanten SAP-Auslieferungen und Formatversionen zu berücksichtigen.

SAP-HCM-Kunden sollten deshalb nicht nur den passenden SAP-Hinweis einspielen, sondern Zahlungsprozesse, Adressdaten, Bankvalidierung und Release-Stand gemeinsam prüfen. Wer die Umstellung frühzeitig testet, reduziert das Risiko fehlerhafter Zahlungsdateien im produktiven Abrechnungslauf.


FAQ

Was ist das SEPA-Format ISO 20022?

Das SEPA-Format ISO 20022 ist ein XML-basierter Standard für Zahlungsnachrichten. Für SEPA-Überweisungen ist künftig insbesondere das Format pain.001.001.09 relevant.

Bis wann müssen SAP-HCM-Kunden auf pain.001.001.09 umstellen?

Die aktuell verwendeten Zahlungsträgerformate können nur noch bis einschließlich 31.10.2026 verwendet werden. Ab dem 01.11.2026 darf nur noch das Dateiformat pain.001.001.09 verwendet werden.

Welche SAP-Hinweise sind für die Umstellung relevant?

SAP-Hinweis 2253571 gilt für das neue SEPA-Format im Inland und SAP-Hinweis 3716789 für Auslandsüberweisungen. SAP-HCM-Kunden sollten beide Hinweise im SAP for Me Portal prüfen und mit dem eigenen Release-Stand abgleichen.

Was ist der Unterschied zwischen strukturierten und hybriden Adressen?

Bei vollständig strukturierten Adressen wird jedes Adressattribut in einem eigenen Feld übermittelt. Hybride Adressen kombinieren strukturierte Felder mit bis zu zwei freien Adresszeilen.

Warum ist die Umstellung für SAP HCM relevant?

Die Umstellung ist für SAP HCM relevant, wenn Zahlungsdateien aus der Entgeltabrechnung erzeugt werden. Dann müssen Zahlungsträgerformat, Stammdaten, SAP-Hinweise und Bankvalidierung zusammenpassen.

Quellenverzeichnis (Ergänzungen)

  • SAP-Hinweis 2253571 — https://me.sap.com/notes/2253571/E

  • SAP-Hinweis 3716789 — https://me.sap.com/notes/3716789/D

  • EBICS: Ergänzende Dokumente zu Datenformaten — https://www.ebics.de/de/datenformate/ergaenzende-dokumente

  • European Payments Council: EPC Guidance Document „Use of Structured Address under the SEPA Payment Schemes as of Nov 2025“ — https://www.europeanpaymentscouncil.eu/sites/default/files/kb/file/2022-10/EPC153-22%20EPC%20guidance%20document%20-%20Use%20of%20Structured%20Address%20under%20the%20SEPA%20Payment%20Schemes%20as%20of%20Nov%202025.pdf

  • European Central Bank / PMPG: Hybrid Postal Address — https://www.ecb.europa.eu/paym/groups/shared/docs/590c7-pmpg-hybrid-postal-address-v1.10-20oct2025-1-.pdf

  • Deutsche Bank: ISO 20022 Migration, Änderungen im Zahlungsverkehr und Kontoauszügen — https://www.deutsche-bank.de/dam/deutschebank/de/shared/pdf/ub/iso-20022-aenderungen-im-zahlungsverkehr-februar-2025.pdf

  • SAP Community: New Payment Formats according to ISO 20022 — https://community.sap.com/t5/enterprise-resource-planning-blog-posts-by-sap/new-payment-formats-according-to-iso-20022/ba-p/13571157
vom 25. Juni 2026, veröffentlicht in ,
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